** Pressemitteilung ** Bewährtes Konzept wird erweitert: Nachtbeauftragter künftig für St. Pauli und Altona

Nachtleben, Wohnen und Arbeiten liegen in Hamburg besonders in St. Pauli und den angrenzenden Quartieren eng beieinander. Wo viele Menschen feiern, entstehen aber auch Konflikte: Lärm, Müll, Nutzungskonkurrenzen im öffentlichen Raum. Um diesen Herausforderungen weiterhin konstruktiv zu begegnen, hat die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte beschlossen, das bestehende Projekt des Nachtbeauftragten weiterzuentwickeln und gemeinsam mit dem Bezirk Altona in einem bezirksübergreifenden Modellprojekt fortzuführen.

Der Nachtbeauftragte für St. Pauli hat sich im vergangenen Jahr als wirksames Instrument der präventiven Konfliktbearbeitung etabliert. Durch persönliche Ansprache, niedrigschwellige Kommunikation und kontinuierlichen Austausch trägt er dazu bei, Spannungen zwischen Anwohnenden, Nachtkultur, Gastronomie und Verwaltung frühzeitig aufzugreifen und zu entschärfen. Dabei geht es nicht um Kontrolle oder Sanktionen, sondern um Vermittlung, Verständigung und gemeinsame Lösungen.

Die bisherigen Erfahrungen haben zugleich deutlich gemacht: nächtliche Nutzungskonflikte machen nicht an Bezirksgrenzen halt. Gerade zwischen Hamburg-Mitte und Altona überschneiden sich Quartiere, Besucherströme und Problemlagen. Mit dem nun beschlossenen, sechsmonatigen Modellprojekt reagieren die Bezirksversammlung auf diese Realität und entwickeln den bewährten Ansatz gezielt weiter.

Das Projekt wird gemeinsam von den Bezirksämtern Hamburg-Mitte und Altona konzipiert und umgesetzt. Künftig wird der oder die Nachtbeauftragte in einem erweiterten Gebiet arbeiten und Themen aufgreifen, die beide Bezirke betreffen. Hamburg-Mitte beteiligt sich mit einem Drittel an den Projektkosten und stellt dafür Sondermittel in Höhe von 20.000 Euro bereit. 

Stefan Abreu de Sousa, Abgeordneter für St. Pauli (SPD): 
„Der Nachtbeauftragte hat gezeigt, wie viel sich durch Gespräch und Präsenz erreichen lässt. Wenn Probleme früh aufgegriffen werden, eskalieren sie oft gar nicht erst. Mit dem bezirksübergreifenden Projekt mit Altona bauen wir auf diesen Erfahrungen auf und sorgen dafür, dass bewährte Lösungen auch über Bezirksgrenzen hinweg wirken.“

Ramona Heinemann, Sozialpolitische Sprecherin (GRÜNE): 
„Die Erfahrungen der vergangenen Monate zeigen, dass das Projekt ‚Nachtbeauftragter‘ ein voller Erfolg ist. Dafür sprechen auch die Rückmeldungen, die ich als Bewohnerin von St.Pauli von den Menschen hier vor Ort dazu erhalte. Da sich in dieser Zeit außerdem gezeigt hat, dass in Altona eine ganz ähnliche Bedarfslage an der Arbeit des Nachtbeauftragten herrscht, erscheint ein bezirksübergreifendes Folgeprojekt als sinnvolle Fortführung, die wir als GRÜNE Fraktion Mitte gern unterstützen.“

Jimmy Blum, Abgeordneter FDP-Gruppe: 
„Die Erweiterung des Nachtbeauftragten auf ganz Hamburg wäre ein sinnvoller Schritt. Leider bestand bisher die Hauptaufgabe darin, lediglich zwischen den Akteuren zu schlichten. Ich wünsche mir, dass zukünftig auch neue Gastro-Projekte, Festivals und Pop-Up-Gastronomien entwickelt werden können, um das nächtliche Leben der Stadt noch lebendiger und vielfältiger zu gestalten.“

Pressekontakt:
SPD Fraktion Hamburg-Mitte
Judith Szillus
+49 157 71476493
presse@spdfraktion-hamburg-mitte-de

GRÜNE Fraktion Hamburg-Mitte
Hanno Schinke
+49 40 303 931 62
fraktion@gruene-mitte.com