***Pressemitteilung*** Bezirk soll Kulturdefizit in Planten un Blomen nicht länger tragen

Die Finanzierung des Kulturprogramms im Planten un Blomen steht seit Jahren unter Druck. Vor diesem Hintergrund macht die Bezirksversammlung Hamburg-Mitte auf Antrag der SPD- und GRÜNE-Fraktion sowie der FDP-Gruppe klar, dass die anhaltende Unterfinanzierung nicht länger zulasten des Bezirks gehen darf. Stattdessen sollen ab sofort die zuständigen Fachbehörden in die Pflicht genommen werden, um eine verlässliche Finanzierung auf gesamtstädtischer Ebene sicherzustellen.

Die von der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) bereitgestellten Mittel für Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsplanung in Höhe von rund 182.000 Euro jährlich sind seit mindestens 2004 unverändert. Gleichzeitig sind die Kosten für Organisation, Technik und Durchführung deutlich gestiegen. Konsequenz sind reduzierte Formate, geringere Programmdichte und der Wegfall einzelner Angebote. Aus Sicht der Bezirksversammlung ist diese Entwicklung nicht hinnehmbar.

In der Vergangenheit wurde das wachsende Defizit wiederholt durch Mittel der Bezirksversammlung aufgefangen. Doch dieses Vorgehen hat Grenzen und entspricht nicht der Zuständigkeit des Bezirks. Wenn es sich um Angebote mit gesamtstädtischer Bedeutung handelt, darf eine dauerhafte Finanzierungslücke nicht auf kommunaler Ebene kompensiert werden.

Konkret fordert die Bezirksversammlung, dass zentrale Programmbestandteile mit überregionaler Strahlkraft – darunter die Wasserlichtorgel, der Musikpavillon und das Japanische Teehaus – künftig aus gesamtstädtischen Mitteln, insbesondere aus der Kultur- und Tourismustaxe, finanziert werden. Die zuständigen Fachbehörden werden aufgefordert, hierfür dauerhaft ausreichende und auskömmliche Mittel bereitzustellen.

Gleichzeitig soll die bestehende Zuweisung der BUKEA an das Bezirksamt Hamburg-Mitte konsequent auf niedrigschwellige und quartiersbezogene Kulturangebote konzentriert werden. Damit wird klar zwischen lokaler Kulturarbeit und Angeboten mit überregionaler Bedeutung unterschieden.

Mit dem Beschluss unterstreicht die Bezirksversammlung die besondere Bedeutung von Planten un Blomen als kultureller Anziehungspunkt für die Stadt insgesamt und als Ort lebendiger, zugänglicher Kultur im Bezirk. Die Verantwortung für diese Doppelfunktion soll künftig klarer verteilt werden.

Dazu Olcay Aydik, Sprecher für Klima, Umwelt, Mobilität und Stadtgrün (SPD): „Planten un Blomen ist ein Ort, der Menschen aus ganz Hamburg zusammenbringt und Kultur für alle erlebbar macht. Diese Qualität darf nicht durch fehlende Mittel ausgehöhlt werden. Es ist Zeit, Verantwortung dort zu verankern, wo sie hingehört – bei den zuständigen Stellen der Stadt. Nur so lässt sich dieses besondere Angebot dauerhaft sichern und weiterentwickeln“

Dazu Julia Brinkmann, Fraktionsvorsitzende (GRÜNE): „Planten un Blomen ist einer der wichtigsten Erholungsorte unserer Stadt, und das Kulturprogramm gehört für viele Menschen fest zum Sommer in Hamburg dazu. 
Formate wie die Wasserlichtspiele oder Orte wie das Japanische Teehaus ziehen unabhängig von bezirklichen und städtischen Grenzen jedes Jahr eine Vielzahl von Menschen an. Deshalb ist es nur konsequent, diese Angebote künftig auch aus gesamtstädtischen Mitteln zu finanzieren. So schaffen wir eine verlässliche Grundlage für das gesamte Programm und können gleichzeitig die quartiersbezogene Kulturarbeit im Bezirk stärken.

Pressekontakt:

SPD Fraktion Hamburg-Mitte
Patricia Maciolek
+49(0)177 20 40 103
presse@spdfraktion-hamburg-mitte.de

GRÜNE Fraktion Hamburg-Mitte
Hanno Schinke
+49(0)40 303 931 62
fraktion@gruene-mitte.com