Schnelllebige Berichterstattung und Schlagzeilen, die sich in den sozialen Medien verselbstständigen – die Justizkommunikation steht vor besonderen Herausforderungen. Das zeigen auch die Reaktionen auf öffentlichkeitswirksame Gerichtsprozesse wie jüngst beim sogenannten “Stadtparkprozess“: Auf das Urteil der Jugendstrafkammer zu einem Verfahren gegen zehn junge Männer wegen des Verdachts der Vergewaltigung einer jungen Frau, folgte ein Shitstorm. Die vorsitzende Richterin, weitere Prozessbeteiligte und Journalist*innen sahen sich Hasskommentaren, Beleidigungen und Bedrohungen ausgesetzt. Diese erschreckenden Entwicklungen werfen Fragen auf:
- Wie können Gerichte und Medien sinnvoll agieren, um derartige Eklats in Zukunft zu verhindern?
- Was können wir einem populistischen Umgang mit Gerichtsurteilen und der Delegitimierung der Judikative entgegensetzen?
- Wie können wir dafür sorgen, dass Rechtsprechung von der Bevölkerung besser verstanden wird?
Diese und weitere Fragen wollen wir diskutieren und gemeinsam nach Lösungsansätzen suchen.
Mit dabei sind:
Anne-Meier Göring, Vorsitzende Richterin am Landgericht Hamburg
Dr. Kai Wantzen, ehemaliger Sprecher des Hanseatischen Oberlandesgerichts
Elke Spanner, Gerichtsreporterin
Dr. Jan-Hinrik Schmidt, Leibniz-Institut für Medienforschung
Moderation:
Lena Zagst, Sprecherin für Justizpolitik und Verfassung der GRÜNEN Bürgerschaftsfraktion Hamburg
Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir zu Getränken und Fingerfood ein.