***Pressemitteilung*** PALETTE erhalten – zusätzliche Belastungen für Hamburg-Mitte verhindern

Der Hauptausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte hat in seiner Sitzung am 6. Oktober 2026 einen Antrag der GRÜNEN Fraktion und der SPD-Fraktion zum Erhalt der Suchthilfeeinrichtung PALETTE in der Stresemannstraße beschlossen. Die Einrichtung liegt in Altona-Nord. Mit seiner Forderung nach ihrem Erhalt schließt sich Hamburg-Mitte der einstimmigen Empfehlung des Altonaer Sozialausschusses an (Drs. 22-2487). Mit dem Beschluss fordert der Hauptausschuss die Behörde für Gesundheit, Soziales und Integration auf, von der geplanten Schließung der Einrichtung Ende 2026 abzusehen. Zugleich soll sie darlegen, welche Auswirkungen eine Schließung und eine mögliche Verlagerung von Hilfesuchenden auf Hamburg-Mitte, insbesondere auf St. Georg, das Münzviertel und Hammerbrook, hätten.

Die PALETTE bietet seit 2020 einen niedrigschwelligen Zugang zu Beratung, Begleitung und Unterstützung für Menschen mit Suchterkrankungen und in prekären Lebenssituationen. Nach Angaben des Trägers nehmen täglich rund 40 bis 70 Menschen das Angebot wahr. Der Paritätische Wohlfahrtsverband warnt davor, dass andere Einrichtungen diese Leistungen nicht ohne Weiteres auffangen könnten und durch eine Schließung Versorgungslücken sowie zusätzliche Belastungen für andere Hilfsangebote drohen.

Für Hamburg-Mitte ist diese Frage von besonderer Bedeutung. Obwohl die PALETTE in Altona liegt, könnten die Folgen ihrer Schließung auch Hamburg-Mitte unmittelbar betreffen. Rund um den Hauptbahnhof und in St. Georg besteht bereits heute ein hoher Hilfebedarf. Gleichzeitig befindet sich mit der Repsoldstraße 27 ein zusätzliches Unterstützungsangebot für suchtkranke, obdachlose und psychisch erkrankte Menschen noch in der schrittweisen Umsetzung. Erste Angebote, darunter 30 Übergangsplätze und eine psychiatrische Schwerpunktambulanz, sind bereits in Betrieb. Ein Drogenkonsumraum ist dort nicht vorgesehen.

Julia Brinkmann, Fraktionsvorsitzende (GRÜNE): „In St. Georg erleben wir jeden Tag, was es bedeutet, wenn Hilfebedarfe auf engem Raum zusammenkommen. Für uns ist deshalb klar: Wir dürfen suchtkranke Menschen nicht von einem Ort zum nächsten verschieben, sondern müssen verlässliche Hilfen dort erhalten und stärken, wo sie gebraucht werden. Das ist im Interesse der Betroffenen und zugleich der Anwohner*innen und Familien, die sich ein lebenswertes und sicheres Quartier wünschen. Eine Schließung der PALETTE darf deshalb nicht dazu führen, dass bestehende Strukturen geschwächt und die Herausforderungen lediglich nach Mitte verlagert werden. Wir brauchen eine Suchthilfepolitik, die die ganze Stadt im Blick behält.“

Oliver Sträter, Fraktionsvorsitzender (SPD): „Hamburg-Mitte darf nicht zum Auffangbecken werden, wenn an anderer Stelle Hilfsangebote wegfallen. Rund um den Hauptbahnhof und in St. Georg kommen die bestehenden Einrichtungen mit der Arbeit, die sie leisten, bereits an ihre Grenzen. Wer die PALETTE schließen will, muss deshalb zuerst beantworten, wo die Menschen künftig Hilfe bekommen und wie zusätzliche Belastungen für den Bezirk verhindert werden. Wir brauchen eine verlässliche Planung der Suchthilfe und keine Verlagerung von Problemen nach Hamburg-Mitte.“

Timo Fischer (FDP): „Die Herausforderungen rund um den Hauptbahnhof und in St. Georg sind bereits heute groß. Deshalb können wir es uns nicht leisten, bestehende Hilfsangebote an anderen Orten ersatzlos wegfallen zu lassen. Die PALETTE leistet seit Jahren wichtige Arbeit für Menschen, die dringend Unterstützung benötigen. Bevor eine solche Einrichtung geschlossen wird, muss deshalb klar sein, wo die Betroffenen künftig Hilfe finden und welche Folgen das für andere Einrichtungen und das Umfeld hat. Wir erwarten von der Sozialbehörde deshalb ein belastbares Konzept für die weitere Versorgung. Eine weitere Verlagerung nach St. Georg ist den Bewohnerinnen und Bewohnern nicht zu vermitteln.“

Neben dem Erhalt und einer bedarfsgerechten Ausstattung der PALETTE fordert der Antrag Transparenz über die Auswirkungen einer möglichen Schließung auf Hamburg-Mitte. Zudem soll geprüft werden, ob eine zusätzliche niedrigschwellige Konsummöglichkeit beziehungsweise ein Drogenkonsumraum geschaffen werden kann. Bei der Standortprüfung sollen die tatsächlichen Bedarfe sowie die bestehenden Hilfestrukturen und deren räumliche Verteilung berücksichtigt werden.

Kontakt

GRÜNE Fraktion Hamburg-Mitte
Burchardstr. 19
20095 Hamburg

Tel: +49 40 30 39 31 62
www.gruene-mitte.com

Pressekontakt: Hanno Schinke
E-Mail: fraktion@gruene-mitte.com

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